Qi Gong und Ich

Das 21. Jahrhundert wird ein Jahrhundert des Qigong.

Prof. Ding Hongyu

Der Name

Die Bezeichnung Qi Gong, oder Qigong, setzt sich aus zwei chinesischen Schriftzeichen zusammen.

Qi (auch Chi oder Ch´i ) wird mit Atem (Odem) und (Lebens)Energie übersetzt.

Gong bedeutet geleitstete Arbeit, Fähigkeit, kunstfertige Geschicklichkeit.

In der chinesischen Theorie ist Qi überall. Ohne Qi gibt es kein Leben. Es ist der kleinste Bestandteil unseres Universums, und jegliche Aktivität ist eine Manifestation von Qi.

Die Wirkung von Qi Gong

Durch beständiges Üben (Gong) gelingt es immer besser, Atmung, Bewegung und gelenkte Vorstellungskraft harmonisch miteinander zu verbinden. Damit sorgt Qi Gong als “Bewegung in Ruhe“ für freien Qi-Fluss, regt ihn an und gleicht ein Zuwenig an frischem oder Zuviel an verbrauchtem Qi im Körper aus. Inneres Gleichgewicht, Entspannung, Regeneration und Gesundheit werden gefördert. Der Stoffwechsel und die Blutzirkulation werden angeregt, das Immunsystem gestärkt und die Konzentrationsfähigkeit und die Beweglichkeit des Körpers verbessern sich. 

Die letzten Jahre haben die Menschen weltweit vor große Herausforderungen gestellt. Es ist ein großes Geschenk, mit Qi Gong als einer selbstregulativen Methode die Möglichkeit zu haben, sich selbst immer wieder ins Gleichgewicht zu bringen, sich zu °erden“, sich zu sortieren, ruhig zu werden und zu bleiben, Damit wird es leichter, die Herausforderungen anzugehen und zu bewältigen.

Geschichte und Vielfalt des Qi Gong

Das gelingt mit Übungspraktiken, die nach alten chinesischen Aufzeichnungen bis zu 5000 Jahre alt sind! Philosophen, Mönche, Einsiedler und Ärzte beobachteten unermüdlich die Natur, Tiere und Naturphänomene. Sie spürten den Bahnen der Lebenskraft im Körper, den Meridianen oder Energieleitbahnen, nach und entwickelten Übungen, die den Fluss der Lebensenergie stärken und leiten.

Diese Übungen zur Lebenspflege wurden von Generation zu Generation, meist innerhalb von Klöstern oder Familien weiterentwickelt und weitergegeben. Erst als im Rahmen der Kulturrevolution Klöster geschlossen und religiöse Praktiken verboten wurden, gelangten die Übungen nach außen, auch nach Europa und Deutschland.

Der Begriff „Qi Gong“ wurde damals von der Kommunistischen Regierung in China geprägt, Die alte Bezeichnung
Yangsheng“, übersetzt „Lebenspflege“, war der Regierung zu sehr im Konfuzianismus und Daoismus verwurzelt. Sie wollten die „Traditionelle Chinesische Medizin“ in Kombination mit der westlichen Medizin frei von religiösen und philosophischen Anteilen weiterentwickeln und in den Dienst des Volkes stellen. Es entstanden offizielle Institutionen, Forschungsinstitute und Sanatorien.

Die Vielfalt der Übungen reicht von Übungen im Stehen, Gehen, Sitzen bis zu Übungen im Liegen, von Übungen in der Bewegung zu Übungen in der Stille, Unterrichtet wird in unterschiedlichen Stilen und Schulen. Es gibt Überschneidungen zu Taiji. Im Gegensatz zu Qi Gong sind hier die Übungsfolgen meist länger und komplexer und schwerer zu lernen.

Individuelle Voraussetzungen

Qi Gong hier in Europa zu praktizieren bedeutet, die Übungen aus ihrem ursprünglichen Kontext, der chinesischen Kultur, zu nehmen und in einen neuen Kontext, unser Leben, einzubauen. Das bedarf einer Art Übersetzung, einiges geht dabei verloren, anderes wird ergänzt und angepasst.

Jede*r Lehrende und jede*r Lernende bringt sich selbst mit individuellen körperlichen, emotionalen und geistigen Voraussetzungen ein, die die Übungen formen und prägen.

Meine eigene Geschichte mit Qi Gong

Meine eigene Geschichte als Qi Gong Lehrerin verlief grundsätzlich anders als die der meisten chinesischen Meister. Sie erzählen oft von einer Dynastie von Qi Gong Meistern, aus der sie stammen und dass sie bereits in jungen Jahren Qi Gong Unterricht erhielten.

Ich lernte Qi Gong bei meinem Vater kennen. Er hatte bis zu seinem Ruhestand an einer Dorfschule in Bayern unterrichtet. Als er sich mit 62 aus dem Schuldienst zurückzog, begann er die Ausbildung zum Qi Gong Lehrer bei Meister Qingshan Liu in München. Bis kurz vor seinem Tod im Alter von 88 Jahren bildetet er sich ständig weiter und unterrichtete in fortlaufenden Kursen oder an Wochenenden. In Kiel organisierte ich für ihn ab 2000 Kurse, an denen ich selbst auch teilnahm. Ich begann, regelmäßig zu üben und spürte am eigenen Leib, wie gut diese Übungen wirken. Ich hatte weniger Rückenprobleme, war ausgeglichener und konzentrierter als vorher.

Ausbildung

Von 2014 bis 2016 durchlief ich die Ausbildung zur Qi Gong Lehrerin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Seitdem lerne ich beständig weiter,

Erfahrungen und Erkenntnisse aus zahlreichen Shiatsu-Kursen, Seminaren bei verschiedenen Heilern und einer Journey-Praktitioner-Ausbildung fließen in meinen Qi Gong Unterricht mit ein.

Philosophie

In meinem Unterricht versuche ich, die Teilnehmenden dort abzuholen, wo sie mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen stehen. Aus meiner eigenen Erfahrung und dem Beispiel meines Vaters weiß ich, dass Qi Gong in jeder Lebensphase und jeder Lebenslage erlernt und praktiziert werden kann. Ich weiß aber auch, dass in Krisenzeiten eine bereits etablierte Übungspraxis von großem Vorteil ist. Hier fällt es leichter, auf etwas Etabliertes zurückzugreifen, als etwas Neues lernen zu müssen. Deshalb ist es mir in meinen Kursen wichtig, die Wirkung von Qi Gong direkt erfahrbar zu machen und die Teilnehmenden mit einem großen Angebot an kleinen, einfachen Übungen zu einer gewissen Konstanz im Üben zu bringen.

 

Qi Gong Kurse auf Anfrage

Fortlaufende, wöchentlich stattfindende Kurse live oder online

Sportverein KMTV Kiel

Wochenendkurse, als Präventionskurse anerkannt

Coaching Qi Gong Retreat auf Madeira

“Anstubser“ zum Üben über WhatsApp oder Signal 

One Comment

  1. Hallo,
    auf der Seite der TK las ich von einem Wochenendkurs Qi Gong im Botanischen Garten. Findet der dieses Jahr statt und ab wann und wo kann man sich dazu anmelden?
    Mit freundlichen Grüßen,
    Bianca Spans

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